2019 USA

Es gibt viele Gründe, dass wir diese Reise angetreten sind:  
– 30. Hochzeitstag
– die Kinder und Enkel besuchen (Geburtstag von Philippa und Helen)
– mein Traum, mal eine Kreuzfahrt mit meinem Mann zu machen.
Nun galt es alles zusammen zu verknüpfen, da war es nicht ganz einfach, einen Termin zu finden.

Ursprünglich wollten wir dieses Jahr nach Norwegen mit unserem Bus. Doch die Hochzeit von Jenny und Renè kam völlig überraschend, es lässt sich nicht immer alles planen. Somit war der August verplant. Tja, und die Reise nach Amerika?? Das war mir jetzt doch etwas zu viel. Also wurde Norwegen kurzerhand gestrichen.

Nun stand für uns fest, wir feiern mit den Enkelkindern deren Geburtstag in den USA. Die Freude war groß auf der anderen Seite, als wir uns für den 09.10.19 angekündigt haben. Als ich die Flüge buchen wollte, hatte mein Mann die Idee, mit dem Schiff zurück zu fahren. Ich staune. Dazu muss man wissen, dass ich seit 30 Jahren die Urlaube plane und organisiere. Zurück wollten wir am 18.10.19. Also habe ich alle Kreuzfahrt Kataloge gewälzt, und siehe da, am 18.10.19 ab New York….die Queen Mary 2 fährt die Transatlantik Route. In meinen Träumen hätte ich es nicht gewagt dass ich mal auf diesem Schiff sein könnte. Wow! Sprachlosigkeit, das kommt bei mir selten vor. (mb)

USA_0010Am Mittwoch, 09.10.19 es ist soweit …Flug Frankfurt -New York . Nach 8 Stunden Flug haben wir unser Ziel erreicht. New York erwartet uns nicht gerade freundlich. Regen, Regen, Regen. Unser Schwiegersohn erwartet uns schon, einfach ein schönes Gefühl.USA_0040

Nun noch 4 Stunden (!) Fahrt, bis wir endlich in Carlisle ankommen. Voller Freude erwarten uns Sandra, Philippa und Helen. Wir genießen…Glücksgefühle. Das wird eine lange Nacht, es gibt so viel zu erzählen.

Da wir abends spät ins Bett gekommen sind, konnten wir am Donnerstag etwas länger schlafen als die Enkel. Die mussten schon um 06:00 Uhr aufstehen, um mit dem Schulbus zur Schule gebracht zu werden.

Am Samstag zeigte Sandra  uns dann das kleine Städtchen Carlisle. Zuerst den Friedhof mit der Erinnerung an die Freiheitskämpferin Molly Pitcher ( sie ersetzte ihren tödlich getroffenen Mann an der Kanone). Die kleine Strasse „Pommes Frites“ lud zum Bummeln ein und in einem typischen amerikanischen Lokal haben wir zu Mittag gegessen. Am Abend haben wir dann den Geburtstag von Philippa gefeiert. Sie hatte sich ein gemeinsames Abendessen gewünscht, dass vor unseren Augen an unserem Tisch zubereitet wurde. Wir haben viel gelacht und richtig gut gegessen.

Da am Samstag auch in den USA keine Schule ist, konnten wir alle zusammen etwas unternehmen. Ein Besuch der Hauptstadt von Pennsylvania Harrisburg sollte es sein. Nur wenige Kilometer entfernt  ( 50 km) besichtigten wir das riesige Pennsylvania Capitol, das mit den daneben stehenden Kirchen schon ein Hingucker ist.

Das Schlendern durch den Broad Street Market machte Hunger. An verschiedenen Ständen konnte man vom Hühnchenfleisch bis Fisch, vom Salat bis zum Gemüse und als Nachtisch leckere Crêpes probieren. Als Abschluss des Ausfluges stand ein Besuch der Bücherei an, in der die Kinder so manches Buch bereits ausgeliehen hatten. Eine beeindruckende Bücherei, hier gab es von sehr alter Literatur bis zur Neuzeit alles zu lesen.

Am Sonntag folgte dann der Ausflug nach Washington, nur 180 Kilometer entfernt. Einen Parkplatz wusste Axel in der Union Station zu finden. Nur 2 Kilometer vom Capitol entfernt. ( Die Entfernungen gebe ich alle in Kilometer an, die Umrechnung von Meilen in Kilometer wäre dem Leser doch jedesmal etwas zu mühsam.)

Beeindruckend sind auch hier die Größen und Weiten. Der Blick geht vom Capitol über einen sehr großen Park bis zum Lincoln Memorial. In der Mitte das riesige Washington Monument, am Ende das Lincoln Memorial. Auch der bisherigen großen Kriege wird hier gedacht, dem World War 2 Memorial sowie dem Vietnam Memorial. Weitläufig ist der Park vor dem Weißen Haus, dass ja niemand dem Präsidenten zu Nahe kommt.

Für die vielen Besucher gibt es in diesem Park kein Speiselokal.

Stattdessen stehen sehr viele Imbisswagen am Straßenrand, die alle möglichen Essenskulturen anbieten, von Asien, über Europa, Afrika, Südamerika und natürlich Nordamerika. Hier kommt jeder auf seinen Geschmack. Diese Imbisswagen haben wir dann in New York in den Seitenstraßen der riesigen Wolkenkratzer wieder gesehen. Dort soll um die Mittagszeit noch mehr los sein, als hier in dem Park.

Am 14.10. war nun der große Tag gekommen, ein weiteres Familienmitglied sollte die Familie Hardt komplettieren, ein Hundewelpen (das letzte Kind hat Fell !). Dazu fuhren wir mit Allen ins Amish-Land ( nur 100 km) in die Nähe von Lancaster. Ein Flecken, etwa so groß wir der Westerwald, auch so landwirtschaftlich geprägt. Nur mit dem Unterschied, dass hier die „Bauern“ sogenannte Amish-Peoples sind. Dieser aus Deutschland ausgewanderte Menschenschlag hat eine eigene Zivilisation: keine elektrischen Geräte ( kein Fernseher, kein Mobiltelefon, nichts was irgendwie mit Maschinen zu tun hat usw.) Das Feld wird in Handarbeit und mit Pferden bestellt.

Die Besichtigung eines kleinen Hofes mit Schule war sehr interessant.

Weiter ging es dann zu einen anderen Hof, wo das Hundewelpen bisher zu Hause war. Auch diese Menschen lebten als Selbsternährer, abgeschieden vom nächsten Dorf. An Natürlichkeit nicht zu überbieten ( einfache Kleidung und Barfuß ). Die Freundlichkeit der Familie hat sich wohl auch auf den Hund übertragen, der wohl gar nicht wußte, was ihm nun geschah.

USA_0250Die Heimfahrt nach Carlisle war für ihn die erste große Reise und das auch noch mit einem Auto. Dennoch waren alle froh, als wir wieder in Carlisle ankamen und das Tier mit Name Penny sich sofort den Platz im Wohnzimmer sicherte.

Die nächsten Tage haben wir dann mit Shoppen USA_0260und Gassigehen verbracht. Der sehr gepflegte Campus lädt regelrecht zum Spazieren ein.
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Dann kam der Abschiedstag von Carlisle. Wir sind exra früh aufgestanden, die Kinder hatten Schultag und die kleinste, Helen, hatte Geburtstag. Axel musste schon sehr früh zu einen Termin nach Washington und so haben wir dann mit Helen die Geburtstagsgeschenke ausgepackt. Marika musste mit dem Hoverboard durch die Küche fahren, während wir den letzten Kaffee in Carlisle genossen. Dann war auf einmal das Haus leer, die Kinder zur Schule und wir machten uns auf den Weg nach New York. Es waren ja nur ca. 4 Stunden ! Nachdem wir unsere Koffer im vorher gebuchten Hotel abgegeben hatten, konnten wir auch noch pünktlich um 12:00 Uhr den Mietwagen bei der Fa. Enterprice abgeben. Die Mitarbeiter waren so freundlich und haben uns dann in den Brooklyn-Park gefahren. Hier hatten wir dann die Wahl, einige Kilometer über die Brooklyn Brücke zu gehen oder mit der nächsten Fähre nach Manhattan.

 

Also haben wir die Fähre genommen und uns in den Trubel von Manhattan gestürzt. Hier waren dann die Wolkenkratzer und die Sehenswürdigkeiten in den nächsten Stunden unser Ziel.

Bis es dunkel wurde haben wir uns hier ( Cround Zero World Trade Center, Wallstreet, U-Bahnstation usw.) herumgetrieben.

 

Die Heimfahrt zum Hotel war wieder aufregend und anstrengend. Zuerst die richtige Fähre erwischen, dann ein weiter Fußweg zum Hotel (im Dunklen durch Brooklyn ). Am Ende hatten wir satte 10 km zu Fuß zurückgelegt. Im Hotel haben wir dann die Füße massiert und hochgelegt. Morgen sollte es ja zum Pier gehen, zur Queen Mary 2.

 
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Das Einchecken war ähnlich wie im Flughafen: Kofferkontrolle, Sicherheitscheck und komplette Passkontrolle. Dann konnten wir endlich auf die vorletzte Reise gehen.
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An der riesigen Lobby vorbei, in den nächsten Fahrstuhl hinauf ins 10. Stockwerk.

 

Wo ist unser Quartier für die nächsten 9 Tage? Ach ja, Zimmer 10080. Zuerst einmal eine heiße Tasse Kaffee und aklimatisieren.

Aber schon ging es wieder weiter. Das Ablegen des Schiffes war angesagt. Schnell warm anziehen und hinaus aufs Deck. Die letzten Bilder dieser Millionenstadt New York zogen an uns vorbei und wurden immer kleiner:

Was für eine Atmosphäre, in der Abendsonne verlassen wir den Hafen in Richtung Atlantik.

Es kommt noch eine sehr große Brücke, die nur bei Ebbe zu unterfahren ist.

So langsam kehrt Ruhe und wir wieder in unser Quartier ein. Das erste Abendessen an Bord wird angesagt. Zwar leger gekleidet, aber im Anzug (ohne Krawatte).

Abwechselnd war das Dinner dann aber auch schon einmal mit Fliege. Die Damen waren immer in vornehmer Abendgarderobe.

Es folgten nun 9 Seetage, die so heißen, weil rechts, links, vorne oder hinten einfach nur Wasser zu sehen war.

Eine Schiffsreise, der man nur bewußt war, wenn man nach draußen gesehen hat oder morgens und abends den obligatorischen Spaziergang machte (zweimal ums Schiff und schon waren 1,1 km weg). Im Schiff entstand keine Langweile, bis wir alle Lokalitäten besichtigt und genutzt hatten, waren die Seetage vorbei.

Endlich wieder Land in Sicht, in Großbritanien legten wir im Hafen von Southampton an, um für einen Tag Passagiere vom und aufs Schiff zu lassen. Einige Passagiere nutzen diesen Tag auch, um nach London oder Stonehenge zu fahren. Wir haben einen kleinen Landgang in die Stadt gemacht und sind vor schlechtem Wetter wieder schnell auf unsere Wohlfühloase zurück.

 

Ab heute Abend war wieder alles aufs Urlaubsende getrimmt. Koffer packen und alles zusammensuchen, die Koffer mussten ab 23:00 Uhr auf dem Flur stehen.

In den Hafen von Hamburg sind wir nachts von 03:00 Uhr bis 07:00 Uhr eingelaufen, fast haben wir es verschlafen, obwohl Marika die ganze Nacht wach war. Für Bilder war es einfach zu dunkel.

Nach dem Ausschiffen haben wir dann auch unsere Koffer wieder gefunden.USA_QM2_00055

Am Hafenausgang hat uns dann Manfred (Marika`s Bruder) abgeholt. Er hat uns freundlicherweise ein Schlafzimmer in seiner Wohung in Hamburg angeboten. Petra (seine Frau) hat uns dann mit Kaffee erwartet. Nach diesem herzlichen Willkommen haben uns die Beiden dann noch einen schönen Teil Hamburgs gezeigt, die Landungsbrücken und wir konnten die Elbphilharmonie besichtigen.

Zum Kaffeetrinken sind wir dann in den Turm eines Altersheims gefahren. Die Aussicht auf den Hafen von Hamburg war schon enorm. Zum Abendessen haben sie uns in ein Steakhaus mitgenommen, wir haben einfach alles genossen. Danke Petra und Manfred.

Am nächsten Morgen ging es dann schon sehr früh (6:oo Uhr) zum Hauptbahnhof. Die Deutsche Bahn hatte die Abfahrtzeit unseres Zuges nach Koblenz um eine Stunde vorverlegt! Aber alles war früh genug, wir haben ohne Stress den Zug erreicht und sind gemütlich ca. 5 Stunden nach Koblenz gefahren (ohne Umsteigen). Dieses war die letzte Reise, die am 09. Oktober am Flughafen in Frankfurt begann.

In Koblenz hat uns dann Natalie mit dem PKW abgeholt und nach Staudt gebracht. Sie war genauso froh uns wieder zu sehen, wie wir, die wir endlich wieder zu Hause waren.